VR für Virtuelle Realität

.. und VR im Wohnzimmer könnte man auch mit Vollkommen Realitätsfern bezeichnen. Noch.

Spieler heißen nicht umsonst Spieler. Der Spieler an sich ist eine besondere Unterart des Menschen – auch wenn er vermutlich in jedem von uns steckt. Das haben auch die großen und kleinen Computerspielehersteller entdeckt, und beglücken seit ein paar Jahren den sogenannten Casual-Markt mit kleinen aber unterhaltsamen Spiele-Häppchen verschiedenster Art.

Ein über die Jahre hinweg immer wieder hochgeholter und dann doch lieber wieder versenkter Trend ist das Thema „Virtual Reality“. Diese wird im Wortsinn nicht bereits durch die Existenz einer virtuellen Welt erreicht, sondern sie setzt voraus, dass man sich in ihr befindet. Das wird im Allgemeinen mit Kopfhörern, VR-Brille und im besten Fall speziellen Steuergeräten versucht. Was man dann tut, ist jedoch nicht definiert. Anbei drei Gründe, warum ich glaube dass VR die breite Masse auch diesmal verfehlen wird.

Die Zielgruppe

Eher Symptom als Ursache. VR als Technologie ist heute der breiten Masse nicht so geläufig. Der ein oder andere hat im Pokemon Rausch ein wenig Augmented Reality (Mischform) kosten dürfen, aber das Spiel unterhält nicht so wie erhofft, die Technik ist unausgereift – also geht man wieder zurück zu Film und Candy Crush.

Also muss man sich wohl erst mal um die anderen beiden Themen kümmern, bevor man die Zielgruppe der Core Gamer und Enthusiasten verlassen darf. Dann kann man – wie uns das Iphone gelehrt hat – auch ruhig einen hohen Preis verlangen. Also sicher kein unlösbares Problem, aber eine Hürde die als Letztes genommen werden kann.

VR in sozial ist ganz einfach, sagen unsere östlichen Nachbarn.
Natürlich gibt es immer Schmerzfreie.

Der Effekt der die Wii so erfolgreich gemacht hat, ist im Bereich VR so gut wie unmöglich: gemeinsames Spielen im Freundes- und Bekanntenkreis. Lahme Versuche die VR-Erfahrung auf 2D-Monitoren abzubilden helfen da nur bedingt. Lösen kann das nur die Technik, indem der Einbezug der Spieler nicht mehr an 500€ Helm-Monstern hängt, sondern bspw. über praktische leichte Brillen auch im heimischen Wohnzimmer vervielfältigt werden kann.

Die Software

VR Software heute ist oft nur Tech Demo. Selbst für Core Gamer gibt es tatsächlich wenig, was den Namen „Spiel“ verdient. Was die Hersteller vergessen: jede Verbesserung der Immersion nutzt sich schnell ab. Die ersten paar Minuten sind cool, wer zuschaut findet es länger cool, aber darum geht es ja nicht.

Guter Anfang.

Resident Evil macht gerade erste vorsichtige – und wichtige – Schritte, aber das Feedback ist bisher verhalten. Die Ideen der Spielemacher dürfen an der „Guck mal, 3D“-Grenze nicht aufhören, und das tun sie leider heute oft. Mit einem guten Autor und ein bisschen Zeit kann man auch Postkarten zu einem bleibenden Erlebnis machen, indem man eine gute Geschichte dazu erzählt. Andere Spiele überzeugen durch Spielmechanik, ungeahnte neue Möglichkeiten, Suchtspiralen oder Multiplayer-Spaß. Bei VR ist all das bisher noch in weiter Ferne, und so lange das so bleibt, begeistern die Spiele auch nicht länger als der Wow-Effekt anhält.

Die Technik

Größtes Problem der VR-Welten: setze dir einen Helm auf, schleife lange Kabel hinter dir her, höre und sieh nichts mehr was um dich herum passiert, und schließe alle anderen Anwesenden aus dem tollen neuen Spielgefühl aus. Fertig ist die VR-Brille 2017. So lange das so ist, wird der Massenmarkt nicht erreicht werden. Alternative wäre eine kabellose Signalübertragung von Bild und Ton an kleine und handliche (günstig herzustellende) Brillen, die mit AR-Modus im Einzelkauf, oder als Familienpaket den Eintritt in die VR-Spielewelten ermöglichen.

Nintendo Wii hat gezeigt, dass die Nicht-Gamer durchaus daran interessiert sind, sich mal gut unterhalten zu lassen. VR-Brillen heute zeigen, wie man dieses Potential wieder kaputt macht. So lange hier technisch nicht Quantensprünge passieren, wird der Helm in der Ecke versauern sobald jemand vorbei kommt. Inklusion geht anders.

VR in kompliziert.
Technisch muss es nicht so aussehen, kann es aber.

Nicht falsch verstehen – ich wäre der erste, der sich freut wenn dieses Prinzip Unterhaltung auf neue Art ermöglicht, und die breite Masse davon profitiert. Nur denke ich, wir sind noch nicht so weit.

Geduldig wartend,

schmasch

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