Verpackungen von der Rolle

Warum das Management von Verpackungen  so wichtig ist, und was Prinzen so quält.

Ich muss gestehen, ich bin wahrscheinlich der Eifrigste darin, meinen Körper langsam aber sicher zugrunde zu richten. Ich kenne all die Mythen von Cholesterin, Zuckerzufuhr und der Wichtigkeit von Bewegung, und rein theoretisch leuchten sie mir auch ein. In der Praxis aber ist mein Schweinehund mit einem äußerst breiten Hintern ausgestattet. Und mit genau dem setzt er sich auf die Vernunft-Gehirnzellen, damit jene anderen (die für Bedürfnisbefriedigung und hemmungslosem Genuss) ungehindert kommunizieren können.

Ich bin nicht allein

Zum Glück bin ich da nicht der einzige. Denn nur deswegen erreichen wir YOLO-Nachfrager eine kritische Masse für die Bedürfnisbefriedigungsindustrie. Und nur deswegen gibt es so eine wundervolle Vielzahl an Produkten und Dienstleistungen für unseren autodestruktiven Drang. Güter aller Preisklassen und Coleur werden uns online wie offline für unglaublich niedrige Preise hinterhergeworfen, kein Plaisierchen bleibt unbedient. Selbst für das Aussteigen aus der Bedürfnisbefriedigung bildete sich eine solche Industrie, bestehend bspw. aus Fitness-Studios und Lebens-Ratgebern.

Und so symbiontisieren wir Nachfrager und die Anbieter in trauter Zweisamkeit vor uns hin. Wir geifern nach neuen, süßen, wohlschmeckenden und krankmachenden Produkten, und die Hersteller liefern sie uns. Das ist nicht mal teuer, Massenproduktion und Billigzutaten machen es möglich. Doch wo so viel gleißendes Licht ist, da muss auch Schatten sein.

Die Verantwortung

Denn mit sinkenden Preisen verkennen die Hersteller ihre hoheitliche Aufgabe der Qualitätssicherung von Verpackungen. Es geht ja nicht nur darum, dem Kunden ETWAS zu verkaufen, sondern es auch in annehmbarem Zustand zu ihm zu bringen. Und hier versagen die Qualitätsprüfer in Teilen skandalös, wenn es sie denn überhaupt gibt. Und diese unlautere Konsequenz vom ewigen MEHR und BILLIGER bin ich nicht länger bereit zu ertragen, und wende mich hiermit an die Öffentlichkeit.

Meine Damen und Herren, ich fordere Prinzenrolle-Verpackungen mit verstärkten Boden- und Decken-Isolierungen. Schluss mit dem Raubbau an den Keksen, sie sollen die Münder der Konsumenten gefälligst unzerkrümelt erreichen. Vorbei die Zeiten, wo Rollen-Auspacker die ganze Wohnung erstmal mit feinem Keks-Staub berieseln, nur wegen der intriganten Verbindungen der Keks-Industrie zur Staubsauger-Wirtschaft.

Es ist auch völlig unlogisch – Die ganze Rolle ist in den Verpackungen mit so einem Luft-Papier-Dingens gepolstert. Damit die Kekse in der Mitte ja nichts abbekommen beim Transport – dieses elitäre Volk von Sandwich-Keksen. Die wissen gar nicht, wie es in der wirklichen Welt zugeht. Denn, lieber mündiger Konsument, Keksrollen werden nicht etwa auf der gepolsterten Rundfläche transportiert. Nein, auf der ungepolsterten Ober- und Unterseite lastet das ganze Rollengewicht. Und das ist eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.

Die Lösung

Nun fordere ich nicht, die verwöhnten Sandwich-Mittelkekse ihrer Privilegien zu rauben, das wäre unmenschlich (un-kekslich?). Und es würde die mühsame Entwicklung von Jahrzehnten Keksproduktion weit zurückwerfen. Ich fordere hingegen: gleichen Schutz für alle. Schluss mit dem Raubbau an außenliegenden Keksen. Sofortige Einführung von Ober- und Unter-Polsterung von Keksrollen. Gern auch wieder aus Papier, wenn es denn dem Frieden mit den Öko-Jüngern dient.

Das sind wir sowohl den Keksen, als auch ihren eifrigen Konsumenten schuldig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.