Girl on the train

Das Leben ist wie ein Faden, zieht man an einem Ende, kommt irgendwann das Knäuel.

Girl on the Train ist genauso. Leider habe ich damals – im Gegensatz zu Frau Schmalzschnitte – das Buch verpasst, aber der Film wurde dem laut ihrem Prädikat mehr als gerecht. Und ich kann ohne Kenntnis des Buchs bestätigen, der Film ist wirklich gut.

Geheimnisvoll bis zum Schluss

Es ist nicht neu, dass schnelle Urteile unseren Ur-Ur-Ur-..-Uropas im Dschungel den haarigen Hintern gerettet haben, denn wenn jemand gefährlich aussieht, war es im Zweifel gesünder nicht genauer nachzufragen. Genau diese evolutionäre Errungenschaft will beim Medienkonsum enttäuscht werden, denn nichts liest oder schaut sich langweiliger als vorhersehbare Geschichten. Und davor muss der ahnungslose Zuschauer bei Tate Taylors „Girl on the train“ nun wirklich keine Angst haben.

Emily Blunt als überfordertes Girl on the Train
Emily Blunt als überfordertes Girl on the Train

Der spoilerfreie Teil der Story ist damit auch schnell erzählt, zumal die Hälfte schon durch den Titel verraten wird. Eine offensichtlich problembelastete Frau fährt Zug und beobachtet Menschen im und außerhalb des Zuges. Leider war es das schon, was ich verraten kann ohne den Entdeckerspass zu gefährden. Aber ich kann euch versprechen, hier werden Handlungen und Figuren so geschickt aufgebaut dass es trotz zahlreicher Handlungsstränge nicht konfus wird und bis zum Ende spannend bleibt.

Was sagt uns das?

Der Twist hier ist hervorragend, kündigt sich schon ein bisschen an, ist aber trotzdem sehr gut gemacht. Darüber hinaus wird eine Geschichte der Abhängigkeit und des Missbrauchs dieser erzählt. Das kommt buchstäblich auch hier in der besten Familie vor. Allerdings spiegelt es auch das Leben wieder, denn erst mit den Jahren erkennt man das wirklich jeder Mensch mehr zu erzählen hat, als man auf den ersten Blick sieht.

Die traurigen Auswirkungen von Psychoterror und Unterdrückung gehört da Gott sei Dank nur sehr selten dazu, aber es kommt vor. Wie stabil man diesen widrigen Umständen gegenüber bleiben kann, lässt sich nur vermuten bis es irgendwann mal so weit ist. Das menschliche Gemüt ist sehr biegsam, wie aktuelle und historische Ereignisse immer wieder zeigen. Diese Adaptionsfähigkeit hat uns evolutionär gerettet, und bildet heute doch manchmal einen Kerker, aus dem es kein leichtes Entkommen gibt.

Noch was?

IMDB.COM: 6,5 / 10 (Link)

rottentomatoes: 49% (Link)

 

Bildzitat: Constantin Film (Link)

Bildzitat: Constantin Film (Link)

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