Ori and the Blind forest

Zartbitter die Suche nach dem eigenen Schicksal.

Es ist bekannt, es gibt „spiele“ und es gibt SPIELE. Ori and the Blind Forest schafft es auf wunderbar sympathische Art und scheinbar ganz mühelos zur letzteren Kategorie zu gehören. Zu der mittlerweile recht langen Reihe an Spielen also, die dem Spieler (und den Zuschauern) positiv im Gedächtnis bleiben.

Ein zukünftiger Klassiker

Dank tyraphine habe ich gemeinsam mit anfangs 15k weiteren (bis zum Ende hielt nur ein kleiner Teil von ihnen durch) den Weg Oris durch den zu rettenden Wald verfolgen können. Das Spiel zieht mich sofort in seinen Bann mit seiner trostlosen Prämisse, der hübschen Grafik und dem teils faszinierenden, teils recht bedrohlichen Setting.

Was dem Spiel tatsächlich auch „von außen“ anzusehen ist: es stimmt auch die Progression. Fähigkeiten werden in recht ausdifferenzierten Talentbäumen nach und nach verteilt, und bis zum heißen Ende hin auch fast alle bitter benötigt. Mehr noch, einmal gespielte Gebiete offenbaren beim erneuten Besuch mit besseren Fähigkeiten ganz neue Geheimnisse, zum Glück völlig ohne Level-Recycling-Frust für den Spieler. Ein offensichtlich angenehmes Spielvergnügen, auch als Zuschauer.

Niedlich der Kleine, und kann seinem Schicksal doch nicht entgehen.
Niedlich der Kleine, und kann seinem Schicksal doch nicht entgehen.

Tyraphine macht einen ganz fantastischen Job in diesem ihr eigentlich fremden Genre. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie sie sich von Episode zu Episode weiterentwickelt. Anfangs fühle noch Mitleid mit ihren unbeholfenen Sprung- und Schießeinlagen, in späteren Gebieten weicht dieses jedoch Bewunderung für ihre unbestreitbar stark weiterentwickelten Skills. Emotional nimmt sie den Zuschauer gekonnt mit auf das Abenteuer, und zieht diese durch die angenehme Kommentarstimme schnell in ihren Bann.

Emotional wird es vor allem zwei Mal. Ganz am Anfang wird sie von der Story völlig unvorbereitet getroffen, da blutet einem schon ein wenig das Herz beim Zuhören. Und irgendwo mittig wird es ziemlich genervt, wenn Episoden folgen die sie wegen der Gamescom bis spät in die Nacht vorproduzieren muss. Kathy mal anders, schlägt sie sich mit schwindender Energie durch die teils recht anspruchsvollen Level. Als Youtuber spielt sie halt nicht nur für sich, und hätte ohne Fan-Verpflichtung sicher hier und da gern den Controller an die Wand genagelt.

Aber sie schafft das, und schwingt sich nach der Gamescom auch ganz schnell wieder auf das gewohnte Qualitäts- und Stimmungsniveau. Am Ende bleiben angenehme Erinnerungen an dieses nahezu perfekt umgesetzte Genre-Kleinod, nicht zuletzt wegen der mitreißenden Führung.

Also einige Stunden einfach gute Unterhaltung. So soll es sein.

Noch was?

metacritic.com: 88 (Link)

 

Bildzitat: Moon Studios (Link)

Bildzitat: Moon Studios (Link)

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