Virginia

So süß, die Undurchsichtigkeit der Unschuld.

Virginia tritt die Tür der Walking Simulatoren in die Richtung der anspruchsvollen Unterhaltung als Kontrapunkt zum Core-Shooter noch etwas weiter auf, verstolpert sich aber dann an der Türschwelle. Leider.

Akte X mit Effekt

Der Ansatz ist sehr interessant, wir haben eine zunächst recht vielschichtig wirkende Story, wir haben stilvolle Grafik (nein, nicht schön, nur stilvoll). Wir haben ein bisschen Coming of Age, ein bisschen Thriller, ein bisschen Mystery und eine Prise David Lynch. Außerdem das heute – noch – völlig unverbrauchte Stilmittel der nonverbalen Erzählung. Heißt: kein Wort, kein Text. Die Figuren teilen sich nur durch Mimik und Gestik mit. Sehr interessant anzusehen, und wider Erwarten wenig Raum für Missverständnisse.

Bildergebnis für virginia game
Unnötig undurchsichtig.

Was fehlt ist ein schlüssiges Gesamtkonzept. Eine ganze Zeitlang fällt das so gut wie nicht auf, schlussendlich werden die immer wieder auftauchenden Symboliken aber nicht erklärt, geschweige denn wenigstens interpretierbar gemacht. Im Gegenteil, wie ein Mixer auf Speed wird in den letzten Schlussschnitten die Story binnen Sekunden in so beliebige und zahlreiche Kontexte gestellt, dass der vorher mühsam aufgewickelte rote Faden völlig außer Sicht gerät. Ich vermute, das Geld war plötzlich alle. Aber wer weiß das schon, und vor allem – was hilft es?

Schade drum, der Ansatz war wirklich interessant.

Noch was?

metacritic.com: 74 (Link)

 

Bildzitat: Variable State (Link)

Bildzitat: Variable State (Link)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.